Sorge um Datenschutz

K-Tipp betreibt heikles Online-Portal

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Nutzlos, überflüssig und rechtlich problematisch: Die Vorwürfe an das Beschwerde-Portal reklamation.ch, das vom Konsumentenmagazin „K-Tipp“ betrieben wird, sind happig. Vor allem aus Datenschutzgründen verweigern viele Firmen die Nutzung.

(Dieser Artikel wurde gekürzt. Lesen Sie den ausführlichen Bericht auf der Website vom Konsumentendienst Schweiz.)

Letztes Jahr versandte der K-Tipp einen Werbebrief an tausende Unternehmen in der Schweiz, worin sich das Magazin für die „Mithilfe“ bedankte, „das Reklamations-Management für die Schweizer Konsumenten zu verbessern“. Mithelfen könne jedes Unternehmen, das sich auf reklamation.ch ein Konto erstelle, hiess es im zweiseitigen Schreiben.

Mecker-Portale gibt es schon lange

Reklamation.ch ist eine typische Beschwerde-Plattform: Die Leistung besteht darin, eine platzierte Reklamation an ein Unternehmen weiterzuleiten. Wenn das Unternehmen antwortet, wird die Antwort zugestellt. Die Verbraucherzentralen in Deutschland stellten die Leistung solcher Plattformen schon vor Jahren in Frage: Ihrer Meinung nach handle es sich dabei um nichts anderes als einen „Weiterleiten“-Button im E-Mail-Konto, was dem Konsumenten keinen wirklichen Nutzen biete!

Aus Sicht des Datenschutzes „heikel“

Bei Online-Portalen wie reklamation.ch steht vor allem die Frage nach ausreichendem Datenschutz im Vordergrund – so auch beim Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten. Sprecher Francis Meier: „Wenn eine Firma oder ihre Mitarbeiter nicht möchten, dass sie auf dem Portal erwähnt werden, können sie vom Betreiber verlangen, dass der vom Nutzer veröffentlichte Eintrag anonymisiert oder entfernt wird. Sollte sich dieser weigern, kann man die Löschung per Zivilklage verlangen.“ Bei ehrverletzenden Äusserungen sei auch eine Strafanzeige möglich. Heikel in jedem Fall sei die Information der in der Beschwerde erwähnten Personen.

Konsumenten werden getäuscht

Aus Datenschutzgründen wollen viele Firmen das K-Tipp-Portal denn auch nicht nutzen. Somit können Konsumenten, die eine Beschwerde auf dem K-Tipp-Portal verfasst haben, ein böses Erwachen erleben, wenn wichtige Informationen das Unternehmen nicht erreichen und dadurch z.B. eine Kündigungsfrist nicht eingehalten wird. Durch die kontinuierliche Bewerbung der Plattform in der Zeitschrift K-Tipp, werden aber gerade K-Tipp-Abonnenten über den effektiven Nutzen und die Reichweite der Plattform getäuscht.

Dieser Artikel wurde gekürzt. Lesen Sie den ausführlichen Bericht auf der Website vom Konsumentendienst Schweiz.

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