Rechtsüberholverbot

Politiker fordern Aufhebung

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Beat Walti von der FDP will auf allen Autobahnspuren „Freie Fahrt“, dazu soll das Rechtsüberholen legalisiert werden.

Derzeit gilt immer noch:

Wer auf Schweizer Autobahnen rechts überholt, muss bis mit empfindlichen Sanktionen rechnen. Geldstrafen von mehreren Tausend Franken und auch Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren sind möglich.

In einem aktuellen Urteil halten die Richter fest:

Ein Mann, der auf der A3 von Freienbach in Richtung Zürich zwei Autos rechts überholte, weil diese auf der freien Überholspur mit 100 km/h fuhren, hat sich strafbar gemacht. Der Automobilist muss eine Geldstrafe von 2000 Franken und einer Busse von 500 Franken zahlen.

Ganz anders urteilten Bundesrichter in folgendem Fall der uns ein Leser schilderte. Wobei zu beachten ist, dass nur im Stau das Rechtsvorbeifahren und spätere Wiedereinbiegen ausnahmsweise erlaubt ist.

Auf den Überholspuren komme es zu einem sogenannten Handorgeleffekt, während der Verkehr auf der Normalspur flüssig und bei konstanter Geschwindigkeit schneller fliessen könne. Paralleler Kolonnenverkehr sei also bereits dann anzunehmen, wenn es auf der linken und mittleren Überholspur zu einer Verkehrsverdichtung kommt, so dass Fahrzeuge auf der Überholspur faktisch nicht mehr schneller vorankommen als jene auf der Normalspur.

Recht bekam im März dagegen ein anderer Automobilist, der im Raum Bern mit 90 km/h- ohne zu beschleunigen, rechts an zwei anderen Fahrzeugen vorbeifuhr, weil diese im stockenden Verkehr nicht vorankamen.

Für FDP-Nationalrat Beat Walti eine absurde Situation:

Als Autofahrer weiss man überhaupt nicht mehr, was gilt– mit jeder Konkretisierung des Bundesgerichts nimmt die Verwirrung weiter zu. Es gibt keine plausible Erklärung für die unterschiedlichen Regelungen. Das Rechtsüberholverbot muss aufgehoben werden.

In einer Interpellation will Nationalrat Beat Walti vom Bundesrat wissen, ob dieser zu diesem Schritt bereit sei. Dadurch würde auch der Verkehrsfluss auf Autobahnen verbessert. Jedoch in den Jahren 2011 und 2013 äusserte sich der Bundesrat zur Thematik wie folgt:

Das Verbot des Rechtsüberholens ist eine wichtige Verkehrsregel. Zudem gelte in allen kontinentaleuropäischen Staaten das Gebot, rechts zu fahren– diese Regel würde durch die Systemänderung aufgeweicht werden.

Übrigends:

Wer die linke Überholspur blockiert, muss mit einer Busse von 60 Franken rechnen. Einer Statistik nach passieren in der Schweiz rund neun Prozent der Verkehrsunfälle wegen Überholmanövern oder Fahrstreifenwechseln. Wie viele davon auf Rechtsüberholen zurückzuführen sind, ist nicht bekannt.

Nach wie vor verboten bleibt das eigentliche Rechtsüberholen, also das Auffahren und Ausscheren von der Überholspur auf die Normalspur zum Zweck des Überholens.

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1 KOMMENTAR

  1. Das Rechtsüberholverbot muss dringend und schnellstens aufgehoben werden. Es gibt keinerlei vernünftige oder plausible Gründe, warum auf der Autobahn auf dem rechten Fahrstreifen nicht überholt werden darf. Im Gegenteil sind die Argumentation der „Gegner“ nicht nachvollziehbar. Zum Beispiel tut es nichts zur Sache, ob ein Verkehrsteilnehmer auf der linken Fahrspur nicht damit rechnen will, dass ihn jemand rechts überholt. Denn dafür gibt es eine ganz einfache Lösung: er muss rechts fahren, damit er nicht rechts überholt wird. Und damit ist die linke Fahrspur zum Überholen frei. Wie dem auch sei sollte – wie eigentlich ja heute schon – der Lenker nicht nur beim Spurwechsel auf die linke Fahrbahn die Verkehrssituation aufmerksam zu überwachen, sondern selbstredend auch beim Wechsel auf den rechten Fahrstreifen. Nur weil man es immer so gemacht hat, heisst es nicht, dass man es weiterhin so machen muss resp. sollte. Es ist daher längstens an der Zeit, dem erhöhten Verkehrsaufkommen gerecht zu werden und das Rechtsüberholverbot aufzuheben.

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